Magnetospheric Substorm on Waternish

Magnetospheric Substorm on Waternish!

Magnetospheric Substorm

„Das Licht flimmerte über mir am Nachthimmel. Ganz deutlich war die Milchstraße zu sehen, im Norden der große Wagen. Doch das Flimmern war außerhalb des normalen Weitwinkels mit immerhin 17mm Brennweite. Ich entschied mich also für eine vollständige Sphäre mit 180°: Das Fischauge stand schon parat. Bei heftigem Wind und ordentlicher Kälte ist es mir gelungen, nicht nur die Aurora Boreals sondern auch einen magnetosphärischen Teilsturm zu fotografieren.“ Das sagt Frank Heumann zu seinem Erlebnis auf dem Waternish, einer Landzunge der Isle of Skye, die er seit Jahren verlässlich besucht und fotografiert.

Die klassische Meinung von der „grünen Aurora“

Magnetospheric Substorm, Magnetosphärischer Teilsturm

Magnetospheric Substorm, Magnetosphärischer Teilsturm

Menschen haben für das Sehen von Farben bestimmte Rezeptoren im Auge, die auf das Tageslicht reagieren. In der Nacht „schaltet“ das Auge um. Die grauen Rezeptoren werden aktiv und bei schwachem Licht sehen wir dann „alle Katzen grau“. So verhält es sich auch bei einer Aurora-Borealis-Sichtung. Man erkennt nicht, welche Farben da am Himmel vorhanden sind. „Ich hatte das Glück, dass die Milchstraße sichtbar war und dann hat sich alles vermischt.“ Frank Heumann führt begeistert aus: „Da war dieser seltsam flimmernde Schein, den ich über mir wahrnahm. Das war aber nicht am Horizont, sondern hier zwischen dem 57. und 58. Breitengrad, also genau im Zenit über mir.

Ein Blick auf meine Aurora-App bestätigte mir ein mir nicht bekanntes Event: Es handelte sich um einen magnetosphärischen Teilchenaustausch aus der Ionosphäre und den unteren atmosphärischen Schichten. So ein „Event“ passiert „nur“ sechsmal am Tag und ist im Gegensatz zur „klassischen Aurora“ pinkfarben.

Zieht man die Tageszeit ab, so passiert so eine Situation weltweit also nur dreimal am Tag. Nimmt man die Beobachtungszeit dazu, so bleiben in 2 bis 3 Stunden die Möglichkeit auf eine eventuelle Sichtung. An diesem Abend waren alle Inselteile von Wolken bedeckt … bis eben auf dem Waternish, wo ich stand.“

Die Fotos sind das Ergebnis langjähriger Arbeit und auch ein wenig Glück. Denn während Frank Heumann den Event ausgezeichnet fotografieren konnte, lagen die anderen vier Inselarme Duirnish, Trotternish, Sleat und Minginish unter Bewölkung. Viele Fotografen wünschen sich solch eine Situation, doch nur wenigen offenbart sie sich. Ein Magnetospheric Substorm ist wie ein Lottogewinn.

Der Kalender 2018 wartet auf alle Schottland-Fans!